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Ich.Lass.Jetzt.Los.

lasslos.

Der heutige Artikel enthält neben einem wichtigen Thema für deine Stimme auch eine sehr persönliche Geschichte.

Was lässt du jetzt zum Jahresende los? Gibt es etwas? Und fällt es dir leicht oder schwer? Für mich ist ein besonderer Abschied.  Am 19.12. feierte ich ein rauschendes Fest mit meinem Chor Ensemble Belcanto Nürnberg. Es war die letzte Begegnung , in der ich ihnen in meiner Funktion als Chorleiterin gegenüber stand. Ich übergebe an Tobias, einen Sängerkollegen. In letzter Sekunde hatte sich diese Lösung gefunden. Und es ist eine gute. Ich wäre auch bei meiner Entscheidung geblieben, wenn sich kein Nachfolger gefunden hätte.

Warum ich aufhöre?

Wir schauen  zurück auf 11 Jahre. Ich habe den Chor gegründet. Wir haben riesiges gestemmt, miteinander gelacht,  gerungen, gezittert. Ein intensiver, langer Entscheidungsprozess. Die endgültige Entscheidung fiel im Sommerurlaub am Gardasee, von dort stammt auch das Foto.

Während der Jahre hab ich mich sehr verändert. Und bin dann an den Punkt gekommen, wo ich merkte, jetzt ist anderes dran. Zudem gibt es mittlerweile ganz viele Projekte und man kann nicht nur sammeln. Und: ich bin nie vor 23 Uhr daheim. Momentan erschöpft mich das sehr, ebenso wie die Verantwortung für die Planungen.

Ich brauche etwas mehr Zeit, um mich zu regenerieren. Ich lasse los. Und bleibe dennoch in freundschaftlicher Verbindung.

Loslassen ist ein Lebensthema. Und eines, das – habt ihr euch jetzt wahrscheinlich schon gedacht – auch für das Ausschöpfen unseres Stimmpotentials beim Singen und Sprechen unerlässlich ist.

So wie auch alle dynamischen Prozesse im Körper geprägt sind vom Rhythmus spannen – loslassen.

Das Herz pumpt Blut, in den es spannt, es zieht sich zusammen, und sich wieder entspannt. Es lässt los.

Für die Stimme ist – grob gesagt – Muskelspannung erforderlich. Im Atemsystem, im Kehlkopf, in der Artikulationsmuskulatur.

Damit das reibungslos und optimal funktioniert, muss die Muskulatur auch immer wieder loslassen können. Und haperts meist bei uns allen.

Mach einen Versuch: Wenn ich dir sage: Entspannen deinen Nacken JETZT vollständig… Klappt das?

Wenn ja, gehörst du zu einer glücklichen Ausnahme. Bei den meisten ist es eher so, dass wir ein bisschen nachlassen können, aber nicht vollständig entspannen.

Das lässt sich aber bewusst trainieren.

Zurück zur Stimme: Die Spannung, die unsere Atemmuskulatur z.B. aufbringt, um die Energie für Worte und Töne zu liefern, die müssen wir immer wieder loslassen lernen.

Dann, wenn wir nicht sprechen, oder singen. In der Atempause. Zwischen Phrasen, Satzteilen, Sätzen.

Wenn wir das können, passiert etwas ganz tolles. Atmen wird vom Gefühl des „Luftholens“ zum einen Moment lockerlassen.

Herrlich.

Wollt ihr eine Übung dazu? Es gibt viele, aber eine, die das ganz toll erklärt, ist Eva Loschky. Daher schicke ich euch rüber, statt das Rad neu zu erfinden. Eva arbeitet ganz hervorragend über die Beckenbodenmuskulatur, unsere Basis und die Basis von Stimme und Atem.

Hört euch den Podcast hier an.

Wenn es dir Schwierigkeiten macht, das auszuführen, dann fehlt dir vermutlich das Gefühl für wirkliches Loslassen. Für das Umschalten von Aktiv auf Passiv. Von Spannen zu Entspannen.

Dann bleib dran.

Der nächste Artikel, den ich dir schreibe hakt genau da mit einer effizienten Übung ein.

Hat dir der Artikel geholfen?

Was denkst du darüber?

Schreib mir gerne!

Ich freue mich auch, wenn du mich unterstützt, das Wissen noch mehr Menschen zuteil werden zu lassen und diesen Artikel mit Freunden teilst.

 

Wenn du live in diese Art von Übung hinein schnuppern möchtest, dann fühl dich herzlich zum Kurzworkshop „The first Steps“ am 3.2. von 10-11.45 in Nürnberg, Königstr. 67 eingeladen.

Mehr dazu findest du hier.

 

Alles Liebe

 

Deine Antje

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2 Gedanken zu „Ich.Lass.Jetzt.Los.“

  1. Hallo Antje, deine Gedanken zu diesem Thema finde ich spannend. Das Loslassen beim Reden war für mich ein großes „Aha“, weil dann die Stimme viel voller klingt. Das Schöne ist, dass die Übertragung auf alles Mögliche im Alltag funktioniert. Sei es im Sport, bei der Arbeit, … um mehr Qualität zu bekommen, kann es nicht nur Powern/Machen/Aktivität geben.

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