Allgemein, singen, sprechen

3 Stolpersteine für deine Stimme – und: wie du sie beiseite schaffst

forty-1173250_1280Zu 40% wirst du über den Klang deiner Stimme wahrgenommen.

Dein Gegenüber entscheidet intuitiv:

  • Mag ich. Oder nicht.
  • Kann ich vertrauen. oder nicht.
  • Hat Kompetenz. Oder: Nicht.

 

Studien zufolge werden tiefere Stimmen als vertrauenserweckend erlebt. Nur als ein Beispiel.

Jetzt geht’s hier nicht darum, die eigene Stimme runterzudrücken, dass sie tiefer klingt.Damit würdest du Authentizität verlieren und auch das registriert dein Gegenüber. Es ist irritiert. Es geht auch nicht darum, dass du dich verbiegst, nur damit du bei anderen so und so rüberkommst.

Damit würde ich meinen Werten, die ich mit Stimme Nürnberg vermittle, völlig untreu.

Es geht darum, sich seiner Wirkung und seiner daran geknüpften Möglichkeiten bewusst zu werden und sie zu nutzen. Das tut auch dir selbst gut und du kannst mit dem Steuern deiner Stimme auch deine Stimmung beeinflussen. Deinen Kontakt zu dir.

Und das möchte ich dir mit diesem Artikel ermöglichen.

Statt: mach dies, lass das, ist es wirkungsvoller und eleganter, deine Stimme über den Atem zu steuern.

Denn er beeinflusst sie sowieso. So wie du atmest, sprichst und singst du. Zudem ist daran auch immer ein Empfinden gekoppelt. Angenehm oder unangenehm. Auch wenn du es manchmal bewusst nicht wahrnimmst. Deine Art, Stimme zu nutzen, wirktt auf andere und auch dich!

Überlässt du das System sich selbst, geschehen die Dinge „Halt“. Mal besser, mal schlechter. Das kennst du aus anderen Bereichen deiner Entwicklung sicher auch. Wenn du Bewusstheit hineinbringst, erntest du. Auch hier.

Wenn du nicht bewusst mit dem Atem umgehst, legst du dir mitunter selbst Stolpersteine in den Weg. Ich ziege dir hier 3 häufige Beispiele. Und natürlich auch die Lösung.

Die drei häufigsten Stolpersteine:

 

 

„Piepsstimme“

Ursache: Flache Atmung!

Wenn wir flach atmen, also unser Zwerchfell nicht genügend bewegen, wird die Stimme höher, schlanker und körperloser.

Es ist das, was Frauen gerne bei sich als „Piepsstimme“ bezeichnen. Wobei ich das so nicht nennen würde. Für mich ist es eine schlanke, hohe Stimme. Und Punkt. Mit Piepsen hat das nichts zu tun. Aber wir wissen, was wir meinen.

Häufig zu hören bei jungen Mädchen z.b. an der Kasse von DM etc. 😉 (Ich gehe gerne zu DM. Und ich finde die Mädels toll. Bitte nicht falsch verstehen.)

 

Wirkung

Solche Stimmen wirken mädchenhaft und jugendlich.

Und sofern das für dich ok ist, kein Problem.

Für gestandene Frauen jedoch, die sogar in einer Führungsposition sind oder eine anstreben, eignet sich dieses Stimmmuster nur bedingt.

Es wirkt nicht kompetent sondern jugendlich und unerfahren. Eine Frau mit Mitte 40 kann so sicher auftreten und so gut gekleidet sein wie sie möchte, wenn sie mit so einer Stimme spricht, leidet die Authentizität und die „Stimmigkeit“ im wahrsten Sinn des Wortes.

Folgen

Folgen können sein, dass jemand nicht in dem Maß ernst genommen wir, wie er bzw. sie sich das wünscht und benötigt.

Beim Singen fehlt die Persönlichkeit in der Stimme. Früher sagte die Gesangsliteratur dazu „voce bianca“. Weiße, blanke Stimme.

Hauchstimme

 

Ursache: Wenn wir unseren Atem nicht gut dosieren, bekommen wir eine hauchige Stimme.

Zu hören ist immer ein bestimmter flüsternder Unterton, der dazu führt, dass wir nicht genug Kraft mit der Stimme mobilisieren können, um den Raum zu füllen. Ihr könnt das ganz einfach ausprobieren wenn ihr flüsternd sprecht, werdet Ihr merken, dass ihr euer Gegenüber natürlich nicht so gut erreichen könnt. Der Stimme fehlt es an Substanz.

Das passiert, wenn wir wenn wir im körper und Atmung zu wenig Spannung haben Punkt die Luft flutscht dann nur so raus hörbar als Verwirbelung im Kehlkopf und als Flüsterton auf der Stimme.

Wirkung

Eine solche Stimme kann spannungslos und müde wirken.

Lange Abschnitte singen? Unmöglich. Da wird geschnappt und gejapst.

Folgen

Auch hier kann es geschehen, dass man jemanden daher nicht als belastungsfähig empfindet. Seine Kraft unterschätzt, die er oder sie an sich hat! Das kann auch zB. im Job Folgen für die Aufgaben haben.

 

Enge Stimme

Wenn wir zu wenig Luft führen, gibt es im Kehlkopf eine Enge.  Die Stimme wirkt eng, körperlos, und farblos. Monoton.

Immer wiedre kommen Menschen zu mir, die mir genau das sagen. „Ich spreche so monoton. Wie kann ich das ändern?“ Oder: „Andrere sagen mir, ich klinge so monoton und langweilig.“

Wirkung

Es fehlt einer solchen Stimme an Varianten und Klangfarben. Sie erscheint irgendwie ein wenig unsexy.  Es fehlt ihr an Gefühl.

Ja, eine Stimme kann sexy und auch unsexy sein. Muss ja nicht so bleiben.

Beim Singen erreicht sie mittlere und höhere Lagen so gut wie gar nicht. Schade!

Folgen

Jemand wirkt auf diese Art auf andere emotional gebremst. Und wenn er spricht, erhät er wenig Echo. Er „verliert“ seine Zuhörer.

Aber all das ist kein Schicksal.

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Es ist auf gesunde und wohltuende Art veränderbar, so dass wir dabei auch noch an Authentizität gewinnen statt uns etwas überzustülpen.

Authentizität und Freiheit kommen immer von innen. Von innerer Freiheit.  Von Fluss. Und damit von Atem-Fluss.

Wenn ich etwas aus meiner über zehnjährigen Arbeit als Stimmtrainerin sagen kann, dann genau das. Fast alles hängt in erster Linie vom Atem ab.

Alles andere sind schnelle Kniffe und Tricks, die uns nicht authentisch machen. Unser Gegenüber ist nicht dumm.  Es registriert, wenn wir versuchen unsere Stimme tiefer zu drücken, oder eine Satzmelodie zu forcieren, um nicht so monoton zu klingen.

Es registriert, wenn da etwas nicht stimmig ist. Oft unbewusst.
Was kannst du tun?

Du kannst lernen die Stimme in balancierter Weise auf den Atem zu setzen.  Dein Zwerchfell in eine gesunde Funktion zu führen.

Das heißt: es so beeinflussen, so dass es weder zu viel Spannung aufbaut, noch zu wenig.

So gewinnt deine Stimme an Balance.

 

Eine Übung für alles. Stichwort: Balance.

 

Balance heißt hier:

  • ist sie zu hoch, wird sich automatisch ein Stück absenken, und körperlicher werden
  • ist sie zu behaucht, wird sich automatisch der Luftanteil ein wenig zurück regulieren
  • und ist sie zu verspannt im Hals, also eng, so wird ein stärkerer Luftfluss dafür sorgen dass sie weicher und beweglicher wird.

Ich beschreibe dir eine Übung zur Balancierung deine Stimme.

 

So gehts: 

  • Setz dich aufrecht die Knie sind geöffnet die Füße stehen am Boden und du sitzt auf deinen Sitzhöcker.
  • Die Wirbelsäule ist gerade der Kopf sitzt locker auf der Halswirbelsäule.
  • Atme jetzt hörbar auf sch aus. Lass die Luft dabei strömen Komma spare nicht, forcieren nicht.
  • Richte dich während des Ausatmen noch ein wenig mehr auf, statt zusammen zu fallen.
  • Wenn du einatmest, öffne einfach nur den Kiefer locker und lass die Luft wieder einströmen Punkt du musst nicht schnappen. Lass dir die Zeit die dafür notwendig ist.

Mach das ein paar mal.

Schau, ob du spüren kanns, dass ich jetzt beim Ausatmen auf deine Bauchdecke immer leicht einwärts bewegt und beim Einatmen wieder zurück schwingt. Spürbar? Glückwunsch! Das ist die physiologisch gesunde Form der Atmung.

Da sprechen ja jetzt Ausatmen ist- du kannst das später auch mit dem Singen probieren -werden wir jetzt versuchen die Stimme so auf den Atem zu setzen dass dieser Vorgang im Körper gleich bleibt

Töne jetzt langgezogen das Wort ich. Iiiiiichchchchch!

Richte Dich dabei immer wieder auf wie beim Ausatmen auch.

Lass auch danach den Atem wieder locker durch den geöffneten Kiefer einfließen.

Hänge ein Wort dran. „Iiiiich biiiinnn. Schön langsam. Genüsslich gedehnt.

Jetzt:

Iiichch biiiiin ffffröhlichch.

Ichch bin glücklichch.

Ich bin schön.

Und andere Sätze die dir einfallen wie viele Möglichkeiten haben Luft zu mobilisieren.

F, s, ch, sch, H.  All das sind Luftspender, die dir das erleichtern. Fokussiere dich auf sie und die langgezogenen Vokale.

Wenn du die Brücke zum Singen schlagen möchtest dann singe einzelne sanfte Töne auf :

„Hhhhu.“

Schön weich. Lass dir Zeit.

Hänge dann ein paar Töne dran. Beginne auf „hu“ mit der Stimme zu spielen.

 

Mach Bestandsaufnahme:

  • Wie fühlst du dich nach dieser Übung?
  • Hat sich deine Stimme verändert?
  • Wie hat sie sich verändert?
  • Mit welchem inneren Gefühl geht das einher?

Je genauer du das beschreiben kannst, umso besser verarbeitet dein System die neue Info.

Oft merken Menschen, die diese Übung mit mir machen, dass die Stimme voller wird. Weicher. Lockerer. Und zugleich raumfüllend.

 

Wie ist es bei dir?

 

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Alles Liebe Antje

Mehr zum Thema:

Im Workshop vom Atem zur Stimme in Nürnberg am 09.06.2018 werden Dir solche und andere Übungen dieser Art begegnen und viel Raum zum üben, ausprobieren, diskutieren.

So gehst du mit einer neu ausbalancierten Stimme nach Hause und kannst das, was du können musst und willst, statt nur davon gehört zu haben.

Du hast Körperwissen. Mehr zum Thema Körperwissen hier.

 

Infos zum Kurs findest du hier und hier.

 

 

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